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Sie haben «SIP» schon x-mal gehört, in einem Angebot Ihres Telefonanbieters, in einer IT-Diskussion oder einfach, weil Ihre alte ISDN-Anlage bald ausgedient hat. Aber was steckt eigentlich dahinter? 

In diesem Artikel erklären wir Ihnen SIP in einfachen Worten: was es ist, wie es funktioniert, worin es sich von VoIP unterscheidet – und was Sie bei Bandbreite und Sicherheit beachten sollten, bevor Sie loslegen.

 

Datum des letzten Updates: 27.07.2026

 

Was ist SIP?

SIP (Session Initiation Protocol) ist ein Kommunikationsprotokoll, das den Auf- und Abbau von Sprach-, Video- und Messaging-Verbindungen über das Internet steuert. Jedes moderne Telefonsystem – von Microsoft Teams bis zur Cloud-Telefonanlage – basiert auf SIP.

Kurz gesagt: SIP ist die Technologie, die dafür sorgt, dass ein Anruf zustande kommt, verbunden bleibt und sauber beendet wird – unabhängig davon, ob Sie über eine PBX-Anlage, ein Softphone oder Microsoft Teams telefonieren.

Definiert wurde SIP 1999 von der Internet Engineering Task Force (IETF) und es ist im RFC 3261 standardisiert. Es ist damit eines der am längsten etablierten und am weitesten verbreiteten Protokolle der IP-Telefonie.

 

Wofür wird SIP verwendet?

SIP wird überall dort eingesetzt, wo Echtzeit-Kommunikationssitzungen über IP-Netzwerke aufgebaut werden müssen: VoIP-Telefonie, Videokonferenzen, Instant Messaging und Multimedia-Konferenzen.

Die häufigste Anwendung im Unternehmenskontext ist SIP-Trunking: die Bündelung mehrerer Sprachkanäle über eine einzige Internetverbindung, die eine Telefonanlage mit dem öffentlichen Telefonnetz verbindet. 

Wenn Sie sich für die Wahl eines geeigneten Anbieters interessieren, lesen Sie unseren Leitfaden «Wie wählt man den besten SIP-Trunk-Anbieter für sein Unternehmen aus».

Diagramm: Ablauf eines SIP-Anrufs in vier Schritten – INVITE zum Verbindungsaufbau, 200 OK als Bestätigung, ACK zum Abschluss des Aufbaus und BYE zur Beendigung der Verbindung

Wie funktioniert SIP? Der Anrufaufbau in 4 Schritten

SIP übernimmt drei Aufgaben: den Aufbau der Sitzung, die Steuerung während des Gesprächs und den Abbau am Ende. Ein typischer SIP-Anruf läuft in vier Schritten ab:

1. INVITE: Der Anrufer sendet eine INVITE-Nachricht mit seiner IP-Adresse an den Empfänger.
2. 200 OK: Der Empfänger nimmt an und sendet seine IP-Adresse sowie die ausgehandelten Parameter (z. B. Codec) zurück.
3. ACK: Der Anrufer bestätigt den Empfang, die Verbindung steht.
4. BYE: Beim Auflegen sendet SIP eine BYE-Nachricht, die Sitzung wird sauber beendet.

Für die eigentliche Sprach- und Videoübertragung ist SIP nicht zuständig – dafür wird meist RTP (Real-Time Transport Protocol) parallel genutzt. SIP regelt ausschliesslich Aufbau, Steuerung und Abbau der Verbindung.

 

Was ist der Unterschied zwischen SIP und VoIP?

VoIP (Voice over Internet Protocol) ist die übergeordnete Technologie, die Sprache in digitale Datenpakete umwandelt und über IP-Netzwerke überträgt. 

SIP ist das spezifische Protokoll innerhalb von VoIP, das Verbindungsaufbau und -abbau steuert.

Anders ausgedrückt: VoIP ist die Reise, SIP ist die Wegbeschreibung. Ein Beispiel: Wenn ein Mitarbeiter in Zürich einen Kollegen in Berlin anruft, initiiert SIP die Verbindung (INVITE), während VoIP die eigentliche Sprachübertragung als digitale Datenpakete übernimmt.

 

Welche Bandbreite und Kapazität benötigt SIP?

SIP selbst hat keine feste Kapazitätsgrenze – die tatsächliche Anzahl gleichzeitiger Sitzungen hängt von Serverinfrastruktur und verfügbarer Bandbreite ab. Als Richtwert gilt: Pro Sprachkanal sollten mindestens 80–100 kbit/s Bandbreite (Up- und Download) zur Verfügung stehen.

Für ein Unternehmen mit 10 gleichzeitigen Gesprächen bedeutet das rechnerisch mindestens 1 Mbit/s zusätzliche Bandbreite – einen Wert, den Sie vor der Einführung von SIP-Trunking mit Ihrem Internetanbieter prüfen sollten.

 

Ist SIP sicher?

SIP überträgt Verbindungsinformationen standardmässig unverschlüsselt (Klartext), was theoretisch das Abfangen von Daten ermöglicht.

Die verschlüsselte Variante SIPS (Session Initiation Protocol Secure) schliesst diese Lücke und sollte bei jeder professionellen SIP-Trunk-Implementierung Standard sein.

Seriöse SIP-Trunk-Anbieter wie Virtual-Call setzen SIPS und TLS-Verschlüsselung standardmässig ein, um Gespräche vor unbefugtem Zugriff zu schützen.

Infografik: Was ist SIP, SIP-Trunk-Prozess in 4 Schritten, Unterschied SIP vs VoIP, Vorteile mit Virtual-Call

Häufig gestellte Fragen zu SIP

1. Wofür steht die Abkürzung SIP?
SIP steht für «Session Initiation Protocol», zu Deutsch etwa «Sitzungs-Einleitungs-Protokoll».

2. Ist SIP dasselbe wie ein SIP-Trunk?
Nein. SIP ist das zugrunde liegende Protokoll. Ein SIP-Trunk ist die konkrete Anwendung: eine gebündelte Internetverbindung, die eine Telefonanlage über SIP mit dem öffentlichen Telefonnetz verbindet.

3. Benötigt jedes Unternehmen SIP, um VoIP zu nutzen?
Ja, praktisch jede moderne VoIP-Telefonanlage nutzt SIP als Signalisierungsprotokoll – unabhängig vom Hersteller (STARFACE, AGFEO, Swyx, Unify/Mitel, 3CX,u. a.).

4. Was passiert, wenn meine Telefonanlage kein SIP unterstützt?
Ältere ISDN- oder analoge Telefonanlagen können über ein Media Gateway an einen SIP-Trunk angebunden werden, ohne die bestehende Hardware sofort zu ersetzen.

5. Kann ich mit SIP auch Videoanrufe führen?
Ja. SIP ist nicht auf Sprache beschränkt, sondern initiiert auch Video- und Multimedia-Sitzungen, etwa in Microsoft Teams oder Videokonferenz-Systemen.

6. Ist SIP-Telefonie günstiger als ISDN?

In der Regel ja: SIP-Trunking spart durch die Bündelung mehrerer Kanäle über eine Leitung sowie durch den Wegfall separater ISDN-Hardware laufende Kosten.

Die ISDN-Netze in der Schweiz (Swisscom, seit 2017) und in Deutschland (Deutsche Telekom, seit 2019/2020) wurden bereits vollständig abgeschaltet – SIP-basierte Lösungen sind damit heute die einzige verfügbare Option für Unternehmen mit klassischen Telefonanlagen.

 

Fazit

SIP ist das unsichtbare Protokoll hinter fast jedem modernen Telefonat: Es baut die Verbindung auf (INVITE), hält sie stabil und beendet sie sauber (BYE) – egal, ob Sie über eine Cloud-Telefonanlage, ein Softphone oder Microsoft Teams sprechen. 

Der Unterschied zu VoIP ist jetzt klar: VoIP überträgt die Sprache, SIP regelt die Verbindung. Und mit den richtigen Voraussetzungen – ausreichend Bandbreite, verschlüsselte Übertragung via SIPS – ist SIP heute die zuverlässigste und günstigste Grundlage für Unternehmenstelefonie, gerade jetzt, wo ISDN in der Schweiz und Deutschland bereits Geschichte ist.

Der nächste logische Schritt: SIP selbst brauchen Sie nicht einzurichten – das übernimmt Ihr SIP-Trunk-Anbieter.

Die eigentliche Entscheidung liegt darin, welcher Anbieter zu Ihrer Telefonanlage und Ihrem Unternehmen passt. Genau das beantworten wir im nächsten Artikel: Wie wählt man den besten SIP-Trunk-Anbieter für sein Unternehmen aus.

Wie können wir helfen?

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